Kessel und Züger Architekten

Besucherzentrum Reichstag

Berlin

Zukünftig gelangen alle Besucher über ein neues Eingangsgebäude und einen Tunnel zum Reichstag. Die Inszenierung von Blick und Bewegung ist zentrales Entwurfsmotiv. Wie ein Ausstellungsexponat dominiert der Reichstag in den Panoramafenstern des Neubaus den Ausblick. Dieser Blick leitet die Besucher, schafft Orientierung und Sinn. Eine Sammlung von Raumfiguren des Reichstages – Dreiviertelkreis, Portikus, Spiralform und Kuppelraum – bildet das Narrativ des zukünftigen Reichstagsbesuchs. Der gezielte Einsatz dieser einprägsamen Raumfiguren im Besucherzentrum schafft eine Beziehung zum Reichstag: Als Analogien haben diese Raumfiguren einen Auftritt.
Der angeschnittene Rundbau verfügt lediglich über eine Schaufassade: Seine Front in Form eines Portikus’ zeigt dem Reichstag sein Gesicht. Der Rücken ist als dicke Rinde ausgebildet, die in einer raumhaltigen Schicht Aufenthaltszonen und dienende Räume aufnimmt. Das versammelnde Rund des Amphitheaters, die Figur des Plenarsaals, stiftet auch die Form des Besucherzentrums. In Analogie zum Reichstag ist auch der Eingang zum Besucherzentrum mit einem Fries bekrönt: Als leuchtender Infofries kommuniziert er Ort und Funktion, als Live-Übertragung aus dem Bundestag.

Wettbewerb, nicht realisiert, Fläche: 9.900 m², Leistungsphasen: 2
Entwurf: 02.2016
Auftraggeber: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Team: Florian Kessel, Roland Züger, Anne Kummetz, Irina Hoppe, Jorg Sieweke (Landschaft), Adrian Sauer (Künstler), David Helbich (Komponist)