Kessel und Züger Architekten

Gedenkstätte Münchner Platz

Dresden

Das 1907 erstellte Königlich-Sächsische Landgericht war Gerichtsort, Haftanstalt und Hinrichtungsstätte. Die Gedenkstätte beschäftigt sich heute mit der politischen Strafjustiz und ihren Opfern während der nationalsozialistischen Diktatur, der sowjetischen Besatzungszeit und der frühen DDR. Ihre Ausstellungsbereiche wurden saniert und erweitert. Ein neu geschaffener kontemplativer Vorhof verbindet eine Raumfolge: Vorhof, Foyer als Passage, Innenhof mit Richtstätte, Hoftrakt mit Todeszellen. Der niedrigschwellige Zugang, der auch als Treffpunkt im Campus dient, statt einer repräsentativen Neubaugeste motivierten zum „unsichtbaren“ Umbau. Gleichzeitig konnte dadurch das Baudenkmal barrierefrei erschlossen werden. Raumhaltige schwarzbraune Möbel bilden den Passagendurchgang. Sie beherbergen die notwendigen Funktionen: Spinde, Toiletten, Stauraum, Technikbereiche sowie Kasse. Die Passage erschließt den Rundgang zum Ausstellungsbereich sowie den Durchgang zum Innenhof.

Wettbewerb, 1. Preis, realisiert, Fläche: 1.000 m², Leistungsphasen: 2 – 8
Entwurf: 07.2009 – 04.2011, Realisierung: 04.2011 – 05.2011
Auftraggeber: Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement Dresden
Team: Roland Züger, Ulrich Trappe, Christian Hellmund, Roman Bender, Lukas Schaub, Jan Tröber (Bauleiter), Adrian Sauer (Bilder)